Guten Morgen, es ist Montag 27.5.2019. Heute feiert den Namenstag Valdemar, morgen Vilém.

Sagen

Auf dem „Suchý“ Hügel ist steinige Jungfrau, die ein Hemd näht. Jedes Jahr am Karfreitag beim Passionsgesang macht sie einen Stich. Wenn sie das Hemd zu Ende näht, wird das Ende der Welt und der Jüngste Tag sein.

Auf dem „Suchý“ Hügel lebte einst ein Drachen, der immer von einem Köhler ein Kalb verlangte. Die Kälber wurden immer weniger  und die Leute hatten Sorgen, wie es weiter gehen wird. Ein kluger Köhler tötete, einmal das Kalb, enthäute es und stopfte es mit  ungelöschtern Kalk aus, das Loch nähte er zu. Die Figur legte er dann auf die übliche Stelle. Der Drachen verzehrte wie immer das ganze Kalb. Dann bekam er Durst und aus dem Bach trank er das Wasser. Der Kalk begann sich zu erhitzen, der Drachen wand sich in Schmerzen und verstarb.

Auf dem „Suchý“ Hügel stand in den alten Zeiten ein schönes Schloss, wo ein König mit seiner Tochter wohnte. Die Tochter war aber so ungehorsam, dass sie der König einmal auch mit dem Schloss verfluchte. Das Schloss veränderte sich in einen Felsen, in dem die Prinzessin eingeschlossen ist. Einmal kam zu diesem Felsen ein Viehhirt und erblickte ein schönes Mädchen in ihm, das Kuchen backte. Es beklagte sich über sein Schicksal und bat ihn, dass er sie befreit. "Jede Nacht trete ich hier hervor. In der ersten Nacht komme ich als ein glühendes Schwein, in der Schnauze werde ich einen Schlüssel halten, den du mir mit diesem Stöckchen entreißen muss." Nach diesen Wörtern reichte sie  ihm das Stöckchen. Dann sagte es: „ In der zweiten Nacht wird nur eine Hälfte meines  Körpers glühen. In der Schnauze werde ich einen Ring tragen. Den musst du mit dem Stöckchen zu sich nehmen. In der dritten Nacht wird nur der Kopf glühend sein. In der Schnauze werde ich einen Säbel haben, den du mir entnehmen musst, dann sage ich dir, was du weiter tun sollst.  Wenn du meinen Anweisungen gehorchen wirst, wirst du glücklich sein."  Am nächsten Tag wartete der Viehhirt bei dem Felsen. Um Mitternacht begannn es zu rasseln. Plötzlich erschien das glühende Schwein und es regnete Feuer. Der Viehwirt erschrak und sprang weg. Weinend und heulend kam das Schwein in den Felsen zurück und die Prinzessin wartet bis heute noch auf ihre Befreiung.

Früher stand auf dem Berg Buková die Bude „Höllenfrau“ oder „ Hölle“, in der man tanzte und Geige spielte, aber nur bis zehn Uhr am Abend. Wenn man länger tanzen würde, würde sich angeblich die Bude mit den Tänzern einstürzen.

Während des Dreißigjährigem Krieg verbargen die Leute Schätze im Berg Buková. Einmal zog ein schreckliches Gewitter auf. Die Wasserströme spülten tiefe Schlaglöcher in die Wege. In den Ausschwemmungen fanden die Leute goldene und silberne Geldmünzen, die von  vergrabenen Schätzen kamen. Am Palmsonntag beim Passionslesen öffnete sich der Berg, man sah den Reichtum in den Tonnen sowie in den Erd-und Steinhaufen. Auf einem Fass steht der Hahn und kräht. Wer ihn hört, kann zusammenscharren, was er will, aber eilig, damit er rechtzeitig wieder draußen ist. Wenn der Hahn zum zweiten Mal kräht, schließt sich der Berg mit Getöse, wer sich verspätet, ist für ewig verloren. Einmal begaben sich drei Männer auf den Buchenberg, um die Schätze zu suchen. Nach Mitternacht erschien vor ihnen ein dreibeiniger Rehbock, der zwischen dem Gehörn ein rotes Kreuz mit brennenden Funken hatte. Zugleich ertönte eine Stimme: „Welchen von diesen drei nehmen wir zuerst?“ Eine andere Stimme antwortete: „Den Rothaarigen!“ Einer von ihnen war tatsächlich rothaarig. Alle haben sich sehr erschrocken und liefen weg. Der Rothaarige starb davon.

Ein Dorfbewohner bemerkte einmal, dass das Wasser im Waldbrunnen stinkt. Er ruft die  Gerichtsschulzen mit den zwölf Ratsherren zum Brunnen, die dort aber nur die Streu und zerbrochene Eier fanden. So riefen sie einen gebildeten Mann aus Prag und zeigten ihn den dem Brunnen. Der Mann entdeckte dort mit einem Vergrößerungsglas ein wildes Tier. Die Leute vermuteten, dass es ein Geist ist, den sie schon früher im Wald beobachteten. Sie losten also zwei Bauern aus, die einen nach dem anderen mit einem Stock in den Brunnen herunter ließen, damit sie das Ungeheuer töteten. Die beiden zogen schrecklich behaarte Hände in den Brunnen hinein. Nach einigen Jahren fand man den Hut des ersten Bauern mit einem Zettel, dass die Befreiung der beiden Männer möglich ist, wenn sich jemand in den Brunnen herunter lässt und das Tier tötet. Es wagte sich die Frau des zweiten Bauern. Mit der Mistgabel bewaffnet stieg sie in den Brunnen ein. Es gelang ihr nicht, das Tier zu töten. Erst zum zweiten Mal, als sie aus dem Brunnen heraus kam und zum Schlag ausholte, tötete sie das Ungeheuer. Beide Bauern wurden befreit. Einer von ihnen erzählte, wie er sich um das Tier kümmern musste. Die beiden mussten viel Leid ertragen. Die Freude von der Rücklehr dauerte aber nicht lange. Die mutige Bäuerin wurde so geschwächt, dass sie vor Sonnenuntergang, starb.

In Tscherma war ein Bauer diesen verfolgte in der Nacht mit seinem Heulen ein Kauz.  Der Bauer hatte Angst, dass der Kauz den Tod herbeiruft, deshalb hat er den Bauernhof verkauft.  Er zieht schon die letzte Fuhre um, plötzlich - Schrecken aller Schrecken - hört er über die Fuhre den Ruf des Kauzes: „Wir ziehen um! Wir ziehen um!“

Bei Tscherma wurde im Jahre 1885 eine Schnellstraße gebaut. Früher benutzte man den Weg. Die Einwohner des Dorfes Jakubov, die bisher sie keinen Friedhof hatten, beerdigten ihre Toten auf dem Friedhof in Tscherma. Den Weg, auf dem man die Toten fuhren, nennt man bis heute den „Leichenweg“. Auf dem Weg zwischen Varta und Janskapelle offenbaren sich die feurigen Leichenbahren.

In Olbrechtsdorf verlobte sich ein junges Mädchen mit einem rüstigen Jüngling, von dem man nichts wusste. Der geheimnisvolle Bräutigam kam zu ihr gegen Mitternacht hinter den Strohhaufen bei dem Haus. Deshalb hat sich das Mädchen erst  einmal versteckt. Plötzlich hat sich die Friedhofspforte geöffnet, aus der Pforte kam ihr Bräutigam heraus. Furchtbare Angst bekam das Mädchen, so dass es laut aufschrie. Die Leute liefen aus dem Hause und  hörten, als wenn ein Sarg auf dem Friedhof dumpf dröhnte. Die Männer trugen das ohnmächtige Mädchen ins Haus. Der herbeigerufene Arzt hat bei dem Mädchen den Tod festgestellt.

Eines am Abends ging eine Frau aus Landskron durch Nieder-Johnsdorf nach Hause. Unweit hört sie ein Sausen einer Sense. Als der Mond hervor kam, erblickte sie in der Dämmerung  etwas weißes schimmern wie ein Skelett. Sie rannte so schnell nach Hause, wie sie nur konnte. Am Morgen wurde an der selben Stelle eine junge Frau tot aufgefunden.  Wie es sich zeigte, hatte sie einen Fisch gegessen und hat eine Kröte verschluckt, daran erstickte sie.